So reich bist du!

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So reich bin ich!

 

Ich hab‘ kein Geld

und bin so reich doch auf der Welt!

Zwei Augen hab‘ ich, klar und rein,

drin fang‘ ich alle Welt mir ein:

den Himmel und das Wolkenheer,

das weite Land, das tiefe Meer.

Ja, alles, alles kann ich seh’n.

Ist das nicht schön?

 

Ich hab‘ kein Geld

und bin vergnügt doch auf der Welt!

Mein Ohr, das lauscht der Vöglein Sang

und horcht auf jeden feinen Klang.

Ich hör’s, wenn einer traurig klagt,

ich hör’s, wenn einer fröhlich lacht,

und was der Mutter Stimme spricht,

vergeß ich nicht.

 

Ich hab‘ kein Geld

und bin doch fröhlich auf der Welt!

Ein Mündlein hab‘ ich, sieh nur hin,

mit festen, weißen Zähnen drin.

Das lacht und singt, soviel ich mag,

das plappert froh den ganzen Tag.

Und kommt die Nacht, die stille Ruh,

dann schließ ich’s zu.

 

Ich hab‘ kein Geld

und bin doch glücklich auf der Welt.

Ein Herzlein trag‘ ich in der Brust,

das schlägt so froh, so frei voll Lust.

Es sagt mir, ob ich recht getan;

es zeigt mir mein Gewissen an

und wird nicht müd‘ und steht nicht still,

solang‘ Gott will.

 

 

HAGDIS HOLLRIEDE

 

 

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Hagdis Hollriede

 

Taps und Tudel

und ihre

Trabanten

 

K. Thienemanns Verlag in Stuttgart

 

Mit 2 farbigen Bildern und vielen schwarzen Zeichnungen

von Marianne Schneegans

 

16. – 32. Tausend

Gedruckt 1943 bei J. F. Steinkopf in Stuttgart

Printed in Germany

 

Erzählt von Hagdis Hollriede

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Hagdis Hollriede

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HAGDIS HOLLRIEDE

Taps und Tudel

und ihre

Trabanten

 

K. Thienemanns Verlag in Stuttgart

Mit 2 farbigen Bildern und vielen schwarzen Zeichnungen

von Marianne Schneegans

 

16. – 32. Tausend

Gedruckt 1943 bei J. F. Steinkopf in Stuttgart

Printed in Germany

 

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Das Osterfeuer

 

„Du, es ist höchste Zeit!“

„Seht doch nur das feine Abendrot!“

 

„Wir zünden die Lohe, sie sprüht und sie steigt,

es schlägt unser Herz, und der Mund, der schweigt.

Wir glüh’n und verbrennen nicht.

 

Wir tun, was vorzeiten die Väter getan:

Auf, fachet die heilige Flamme an!

Glaubt: Über alles das Licht!

 

Wir rollen die goldenen Räder ins Land,

wir springen durchs Feuer Hand in Hand

wir halten mit uns Gericht:

 

Es falle zu Asche, was düster und schlecht.

Laßt leuchten und lohen, was rein ist und recht!

Glaubt: Über alles das Licht!“

 

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Erzählt von Hagdis Hollriede

 

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